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Das Meisterstück Pasing an der Würm

Das Meisterstück Pasing

Das Meisterstück Pasing tritt die Nachfolge des Pasinger Pumpenwerk neben den Pasing Arcaden an. Das Lokal setzt auf lokale Braumeister aus der Kreativbrau-Szene sowie örtliche Metzger- und Bäckermeister. Das Resümee unseres Erstbesuchs: Gutes Essen mit zu vielen Abers…

Seit Ende April hat Das Meisterstück Pasing geöffnet. Das Ex-Tambosi Wirtepaar Waldecker ist mit seinem Berliner-Konzept in das ehemalige Pasinger Pumpenwerk eingezogen. Da ich zuletzt sehr viele Aufrufe auf meinem Update zum Pumpenwerk habe, war klar, dass ich mir das neue Lokal relativ schnell ansehen sollte.

Durch den Umbau ist der Eingang nun auf Seite der Glasfront. Zumindest meine ich mich zu erinnern, dass es früher auf der Backsteinseite eine Eingangstür gab. Jedenfalls nimmt uns eine junge Dame in Empfang und geleitet uns zu einem Zweiertisch. Blickfang ist die offene Küche, genauer gesagt eine Rauchküche mit offenem Grill. Damit kennen wir gleichzeitig auch direkt das Problem der Gaststätte, denn den »Rauchduft« hat man im ganzen Restaurant. Frau Fröhlich missfällt dies von Beginn an, sie bekommt davon tränende Augen und Kopfweh. Und um es vorweg zu nehmen, nach Verlassen des Lokals riecht man nach Rauch und Barbecue.

Gut Essen im Das Meisterstück Pasing

Als Speisekarte erhalten wir eine Kladde mit Zettelwirtschaft. Wir haben eingangs schon gesehen, dass an den Karten noch »gebastelt« wird. So haben wir dann zum Teil unterschiedliche Seiten. Frau Fröhlich wählt (selbstverständlich) einen Caesar Salat (11,50 Euro) und einen kleinen Brotkorb (3,50 Euro). Der Salat schmeckt ihr sehr gut. Kritisch sieht sie allerdings die beiden Scheiben Speck, die im Ganzen über dem Salat angerichtet sind. In der Schüssel lässt sich der Speck schlecht schneiden, zudem wurden Knorpel nicht entfernt.

Caesar Salat mit Speck 1für 1,50 Euro

Caesar Salat mit Speck 1für 1,50 Euro

Ich bestelle Pastrami (15 Euro), welches 10 Tage lang mariniert und 5 Stunden im Smoker geräuchert wurde. Dazu gibt es geröstetes Würmtaler Bauerkrustenbrot mit Würmtaler Eingelegtem. Letzteres sind Karotten und ich schätze Zwiebeln mit roter Bete. Das Fleisch war toll, würzig, zart – sehr gut. Zusammen mit dem Brot und etwas geschmolzenem Käse hat es mir wirklich gut geschmeckt. Das eingelegte Gemüse war weniger mein Fall. Die Karotten waren rot gefärbt, ansonsten aber roh und rote Beete ist halt mal nicht mein Fall. Mit Country-Potatoes oder Pommes wäre es ein tolles Gericht. Außerdem hätte ich gern automatisch ein vernünftiges Messer bekommen. Mit dem Standardmesser artet es zum Kampf mit der Brotkruste aus.

Pastrami auf geröstetem Bauerkrustenbrot und Würmtaler Eingelegtem für 15 Euro

Pastrami auf geröstetem Bauerkrustenbrot und Würmtaler Eingelegtem für 15 Euro

Deftige Preise im Meisterstück

Das Essen war wirklich gut, für uns bleibt allerdings ein »Aber«. Fangen wir mit den Preisen an: Wir zahlen insgesamt 40,90 Euro. Pastrami ist immer etwas teuer. Das ist so. Allerdings sind die Beilagen letztendlich etwas dürftig und ich war danach nicht satt. Der Salat war, sagen wir, okay. 3,50 Euro für zwei Weißbrote, eine (alte) Semmel und eine Scheibe Bauernkruste, sind grenzwertig. 3,80 Euro für ein Alkoholfreies Weißbier ist Münchner Standard, ein Espresso für 2,20 Euro ist auch in Ordnung. 4,90 Euro für eine Rhabarberschorle (0,5 l) sind dagegen mehr als deftig. Im Bachmaier Hofbräu kostet die Halbe Rhabarberschorle beispielsweise nur 4,30 Euro. 60 Cent sind nicht die Welt, aber es summiert sich. Und deshalb sind 40 Euro für ein Pastrami-Brot, einen Salat und zwei Getränke mit Brot und Espresso zu teuer – zumindest in Pasing.

Es ist wohl üblich, dass sich der Gast sein Bier selbst einschenkt. Meiner Frau hat die Kellnerin ein halbes Glas eingeschenkt. Weil ich vermutlich etwas dämlich geschaut habe, schüttet sie etwas Alkoholfreies Weißbier ins Glas. Auch wenn es vielleicht gut gemeint war, ein absolutes No-Go! Jetzt hatte ich erstmal Schaum im Glas…

Der Service darf künftig gerne freundlicher und aufmerksamer sein (trifft nicht auf alle zu). Einige sind schon sehr lustlos durch das Lokal geschlurft. An manchen Tischen hätte etwas schneller abgeräumt werden dürfen. Gezahlt wird übrigens nicht beim Service. Man erhält eine Chipkarte mit der man dann an die Kasse geht. Bei uns wurde die Chipkarte – natürlich hätte ich fast gesagt – vergessen. Das Prinzip ist eigentlich nichts Schlechtes, wir durften dann aber an der Kasse anstehen, was die Lage nicht verbesserte.

Das Meisterstück Pasing: ausbaufähig

Das Ambiente ist rustikal, mit Ziegelwänden, zum Teil auf alt gemachten Holztischen und alte kunterbunt gemischte Stühle. Jeder Stuhl ist anders. Das hat Charme und Flair. Allerdings ist aber auch der Sitzkomfort sehr unterschiedlich. Für junge Leute ist dies vermutlich kein Thema, mit steigendem Alter aber schon. Frau Fröhlich war mit der Sitzgelegenheit nicht zufrieden. Selbiges gilt für die Lautstärke. In den Gasträumen war es für uns grenzwertig laut.

Hinzu kommt der erwähnte Rauch, der auch für andere Gäste ein Ärgernis war. Nun könnte man dem Lokal zu Gute halten, dass es gerade erst eröffnet hat und sich alles erst einspielen muss. Dem ist sicher so. Da wir aber nicht zu Einführungskonditionen verköstigt wurden, sondern zum vollen Preis, darf jeder Gast auch den üblichen Standard erwarten. Zumal die Wirtsleute auch keine Frischlinge sind. Vor dem Lokal haben wir von mehreren Beschwerden gehört. Also nicht nur wir waren nicht ganz zufrieden.

Um das Wortspiel einmal zu bemühen, Das Meisterstück ist noch wenig meisterlich. Ich gebe dem Lokal bestimmt noch mal eine Chance, Frau Fröhlich möchte mich da aber nicht begleiten. Na ja, vielleicht an einem schönen Tag, wenn wir auf der definitiv einladenden Terrasse sitzen können…

Wie gefällt Euch im neuen Das Meisterstück? Schreibt Eure Meinung und Erfahrungen gerne hier unten in die Kommentare.

Das Meisterstück
Kaflerstr. 16, 81241 München
Tel. und Reservierung: 089/30 90 51 37
Öffnungszeiten: Mo. – Do. 12 – 24 Uhr,
Fr. 12 – 1 Uhr,
Sa. 10 – 1 Uhr,
So. 10 – 24 Uhr
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7 Kommentare

  1. Danke für Deinen ausführlichen Bericht – scheint fast so als hätte das Gebäude ein schlechtes Karma: Das Pumpenwerk ging nämlich gar nicht. Fand ich zumindest. Am Mittwoch testen wir das Meisterstück selbst mal! Wir sind auf jeden Fall gespannt!

    • Da bin ich sehr gespannt wie Du es findest. V.a. auch wegen der Gerüche.
      Mein Pullover hängt seit nachmittags draußen, mit auslüften alleine scheint es nicht getan zu sein…
      Das Essen war gut, zumindest bei uns.

  2. Günter sagt

    So hat das Lokal wenig Zukunft.
    Die Portionen sind armselig klein und teuer. Auf einem großen Blechtablett kommen 4 Würstl mit Kraut und dafür wollen die rund 10€.
    Und der Rauchgestank geht gar nicht

  3. Sieglinde Fischlein sagt

    Ich habe mich wirklich gefreut das „neue Pumpenwerk“ jetzt Meisterstück zu testen. Wir waren mit 7 Personen da, ich kann von 5 Hauptgängen berichten. Insgesamt war ich mehr als enttäuscht, mein ersten und letzter Besuch in dieser nur optisch so tollen Location:
    Das Konzept ist krampfhaft auf „inn“ getrimmt. Erst wurde uns vom Kellner die Speisen schmackhaft empfohlen und als wir dann kurze Zeit später bestellen wurden, waren 8 (!) Gerichte ausverkauft. Schlechte Planung.
    Bei der Currywurst, preislich wirklich ok, kam erst der Teller mit Currysaucenspiegel unter einer Cloche, dann die ungeschnitte Wurst und schließlich die Semmel dazu extra. Was soll das? Drei Teller für Currywurst? Die Wurst war oben auch noch schwarz.
    Die andere bestellte Wurst mit Kartoffelsalt war ebenfall oben viel zu schwarz. Nur das dritte Wurstgericht „Frosch im Stroh“ war nicht schwarz sondern nur trocken. Mit kleiner Protion gutem Kraut für 12,50 €. Auch die Spareribs waren ok, aber nichts besonderes, auf dem Alutablett optisch nicht der Hit. In dieser Qualität alles zu teurer.
    Eine Stunde wartezeit auf das Essen, in dieser Zeit wollten drei versch. Kellner uns was bringen was gar nicht von uns bestellt war. Der Service hat den Laden nicht im Griff. Das i Tüpfelchen war für mich das Zahlsystem. Wie in der Kantine an der Kasse anstehen? Und das auch noch im Weg für die Bedienung. Ich bin in der Kassenschlage drei mal einem Keller aus dem Weg gehüpft.
    Ich werden das Meisterstück nicht wieder besuchen. Ich habe zwei Kinder, für die wüsste ich nicht was ich dort bestellen sollte. Alles viel zu extravagant. Wirklich schade.

    • Hallo liebe Siegline,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Das ist ja wirklich schade, dass es so gar nicht gepasst hat bei Euch. Nach fast zwei Monaten sollte das Team den Laden allmählich im Griff haben. Wir haben echt gerade überlegt, ob wir dem Meisterstück heute nicht noch mal eine Chance geben sollen. Nach Deinem Eintrag aber eher nicht – zumindest nicht heute. 😉

  4. Peter Weiss sagt

    Wir haben nach einer Radltour mal die Gelegenheit genutzt, um dort mal einen „Halt“ zu machen. Ich arbeite in Pasing, kannte auch den Vorgänger ( Pumpwerk) Sonntag, kurz nach 12 ; überraschend nicht viel los. Die Karte bekamen wir recht schnell… genau so schnell habe ich die aber die wieder zur Seite gelegt; So eine Zettelwirtschaft auf einem Klemmbrett geht gar nicht. Ich habe dann das sehr junge Fräulein nach Weißwurst gefragt. Es gab noch welche. Da ich noch die Worte des neuen Wirtes in den Ohren hatte, das dies ein Lokal für „Alle“ werden sollte und gegenüber seinem Virgänger nicht sooo teuer kalkulieren wollte, habe ich mal nicht nach dem Preis gefragt. Wenn ich teste, interessiert mich der Preis erst mal nicht. Da ich aus der Gastromie komme-Küchenmeister seit 26 Jahre- weiss ich ja, was Qualität kostet. Also, Weißwurst kamen schön angerichtet in einem altem Geschirr. Etwas zu kalt, eher lauwarm . Geschmacklich aber ausgelutscht wie mein Kaugummi nach 10 km Radltour. Leider nix. Die
    Für 2,50 das Stück erwarte ich da wirklich sehr gute Qualität und eine Heisse Ware.
    Brezen dazu… nach meinem Geschmack zu trocken..eher ein Überbleibsel von Samstag. Für das, das die Brezen mit 2.-€ extra zu Buche geschlagen hat- leider dann nicht mehr zu akzeptieren. Wie schon auch oben beschrieben… für eine Saftschorle 4,90 € zu verlangen.. echt happig. Dann bitte lieber den aufwendigen Service mit Schorle in der Karaffe serviert dann bleiben lassen.
    Nachdem die Servicemädels bestimmt 10 Minuten gesehen haben das mein Geldbeurel auf dem Tisch lag und keine Reaktion kam und ich dann von mir aus sagte das ich bezahlen möchte, hat Klan mir das Bezahlsystem erklärte ging ich zur Kasse. Nicht mein Ding, das ich bei so einer Preispolitik noch an der Kasse anstehen muss .
    Fazit: Qualität, Preis und Service passen da einfach nicht zusammen . Gerne gebe ich nach meinen Testbesuchen den Restsursnts eine 2. Chamce und sage bei meinen 2. Besuchen auch direkt meine Meinung; Aber das Meisterwerk ist da leider nicht mehr dabei.
    Und wenn das cool sein soll mit den verschiedenen Stuhlvarianten im Biergarten; Auch nicht so mein Ding

    • Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.
      Schade, dass es nicht gepasst hat und sich das Meisterstück scheinbar nicht weiterentwickelt.

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